Der Paar-Egregor
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Aus karmischer Sicht verbindet die Partner eine gemeinsame Aufgabe, die sie nicht jeder für sich allein, sondern nur miteinander bearbeiten können. Diese Aufgabe kann mehrere Ebenen umfassen: Jeder Partner hat etwas in sich selbst zu entwickeln, etwas im Verhältnis zum anderen zu lernen oder zu verändern, und schließlich kann das Paar auch eine gemeinsame Aufgabe gegenüber der Außenwelt haben.
Die natürliche Entwicklung beginnt häufig mit der inneren Arbeit jedes Einzelnen: den anderen wahrzunehmen, ihn kennenzulernen und sich an ihn anzupassen. Danach entsteht die Möglichkeit, wirklich etwas füreinander zu tun. Erst anschließend kann sich eine gemeinsame Wirkung des Paares nach außen entwickeln. Diese Reihenfolge muss nicht immer deutlich sichtbar sein, und einzelne Stufen können beinahe unbemerkt bleiben. Starre Schemata gibt es in persönlichen Beziehungen nicht.
Der Paar-Egregor versucht, den Partnern auf seine Weise zu zeigen, welche Aufgabe gerade vor ihnen steht. Die Schwierigkeit besteht darin, dass Menschen diese Hinweise häufig nicht als Einfluss des gemeinsamen „Wir“ erkennen. Sie erleben Gedanken, Gefühle und Impulse als ausschließlich ihre eigenen und bemerken nicht, dass ein Teil davon aus der Dynamik der Beziehung selbst entstehen kann.
Die Rollen im Paar-Egregor
Der Paar-Egregor kann auch beeinflussen, welche Rollen die Partner innerhalb der Beziehung übernehmen. Diese Rollen entstehen häufig scheinbar von selbst. Beide Menschen mögen bestimmte Vorstellungen davon haben, wie sie sich in der Beziehung verhalten möchten, und finden sich dennoch unter dem Einfluss der Umstände immer wieder in ganz anderen Rollen wieder.
Eine besonders interessante Form dieser Rollenverteilung beschreibt Abessalom Podvodny als „Liebling und Peripherie“ des Paar-Egregors.
Wenn man den Paar-Egregor als selbstständiges Wesen mit eigenen Vorlieben betrachtet, behandelt er die beiden Partner nicht unbedingt gleich. Einer von ihnen kann für den Egregor zugänglicher oder geeigneter sein. Diesen Partner bezeichnet Abessalom Podvodny als den Liebling des Egregors. Den anderen nennt er den Peripheriepartner.
Bei einer stabilen Rollenverteilung versucht der Egregor, seine Programme bevorzugt über den Liebling zu verwirklichen und wendet sich weniger unmittelbar an den Peripheriepartner.
Das kann sich im Alltag sehr deutlich zeigen.
Bei einer zeitweiligen Trennung leidet der Liebling möglicherweise stark unter der Entfernung. Er denkt an den anderen, möchte Kontakt aufnehmen, schreiben, telefonieren oder ein Treffen organisieren. Der Peripheriepartner kann währenddessen ruhig seinen eigenen Angelegenheiten nachgehen und deutlich weniger Bedürfnis nach Kontakt empfinden.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass einer „mehr liebt“ und der andere „weniger liebt“. Nach Abessalom Podvodny entsteht der Unterschied auch dadurch, dass der Paar-Egregor sein Programm – zum Beispiel die Wiederherstellung des Kontakts – stärker über den Liebling durchzusetzen versucht. Gerade bei Liebespaaren kann diese Ungleichheit besonders deutlich werden.
Für den Liebling kann diese Position sehr anstrengend sein. Er erlebt einen starken inneren Impuls, den Kontakt aufrechtzuerhalten oder zu vertiefen, während der andere Partner diesen Wunsch möglicherweise nicht in gleicher Weise empfindet.
Abessalom Podvodny weist darauf hin, dass es wichtig ist zu lernen, zwischen eigenen Bedürfnissen und dem Druck des Egregors zu unterscheiden. Ein Mensch kann allmählich erkennen, welche Gedanken, Emotionen oder Handlungsimpulse für einen bestimmten Egregor charakteristisch sind. Eine hilfreiche Frage lautet dabei: „Wozu?“ – welchem Ziel dient der plötzlich entstandene Impuls?
Wenn einer Nähe sucht und der andere sie nicht will
Über den Paar-Egregor
In einer Beziehung zwischen zwei Menschen gibt es nicht nur die beiden Partner. Es entsteht auch ein drittes Element – das gemeinsame „Wir“, der Paar-Egregor.
Der Paar-Egregor bildet sich dort, wo zwischen zwei Menschen eine für beide bedeutsame Beziehung entsteht. Er organisiert gemeinsame Situationen, Begegnungen und Formen des Austauschs und stellt die Energie für das gemeinsame Programm des Paares bereit. Wie dieses Programm verwirklicht wird und auf welchem Niveau sich der Paar-Egregor entwickelt, hängt jedoch in hohem Maße von den beteiligten Menschen selbst ab.Aus karmischer Sicht verbindet die Partner eine gemeinsame Aufgabe, die sie nicht jeder für sich allein, sondern nur miteinander bearbeiten können. Diese Aufgabe kann mehrere Ebenen umfassen: Jeder Partner hat etwas in sich selbst zu entwickeln, etwas im Verhältnis zum anderen zu lernen oder zu verändern, und schließlich kann das Paar auch eine gemeinsame Aufgabe gegenüber der Außenwelt haben.
Die natürliche Entwicklung beginnt häufig mit der inneren Arbeit jedes Einzelnen: den anderen wahrzunehmen, ihn kennenzulernen und sich an ihn anzupassen. Danach entsteht die Möglichkeit, wirklich etwas füreinander zu tun. Erst anschließend kann sich eine gemeinsame Wirkung des Paares nach außen entwickeln. Diese Reihenfolge muss nicht immer deutlich sichtbar sein, und einzelne Stufen können beinahe unbemerkt bleiben. Starre Schemata gibt es in persönlichen Beziehungen nicht.
Der Paar-Egregor versucht, den Partnern auf seine Weise zu zeigen, welche Aufgabe gerade vor ihnen steht. Die Schwierigkeit besteht darin, dass Menschen diese Hinweise häufig nicht als Einfluss des gemeinsamen „Wir“ erkennen. Sie erleben Gedanken, Gefühle und Impulse als ausschließlich ihre eigenen und bemerken nicht, dass ein Teil davon aus der Dynamik der Beziehung selbst entstehen kann.
Der Paar-Egregor kann auch beeinflussen, welche Rollen die Partner innerhalb der Beziehung übernehmen. Diese Rollen entstehen häufig scheinbar von selbst. Beide Menschen mögen bestimmte Vorstellungen davon haben, wie sie sich in der Beziehung verhalten möchten, und finden sich dennoch unter dem Einfluss der Umstände immer wieder in ganz anderen Rollen wieder.
Eine besonders interessante Form dieser Rollenverteilung beschreibt Abessalom Podvodny als „Liebling und Peripherie“ des Paar-Egregors.
Wenn man den Paar-Egregor als selbstständiges Wesen mit eigenen Vorlieben betrachtet, behandelt er die beiden Partner nicht unbedingt gleich. Einer von ihnen kann für den Egregor zugänglicher oder geeigneter sein. Diesen Partner bezeichnet Abessalom Podvodny als den Liebling des Egregors. Den anderen nennt er den Peripheriepartner.
Bei einer stabilen Rollenverteilung versucht der Egregor, seine Programme bevorzugt über den Liebling zu verwirklichen und wendet sich weniger unmittelbar an den Peripheriepartner.
Das kann sich im Alltag sehr deutlich zeigen.
Bei einer zeitweiligen Trennung leidet der Liebling möglicherweise stark unter der Entfernung. Er denkt an den anderen, möchte Kontakt aufnehmen, schreiben, telefonieren oder ein Treffen organisieren. Der Peripheriepartner kann währenddessen ruhig seinen eigenen Angelegenheiten nachgehen und deutlich weniger Bedürfnis nach Kontakt empfinden.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass einer „mehr liebt“ und der andere „weniger liebt“. Nach Abessalom Podvodny entsteht der Unterschied auch dadurch, dass der Paar-Egregor sein Programm – zum Beispiel die Wiederherstellung des Kontakts – stärker über den Liebling durchzusetzen versucht. Gerade bei Liebespaaren kann diese Ungleichheit besonders deutlich werden.
Für den Liebling kann diese Position sehr anstrengend sein. Er erlebt einen starken inneren Impuls, den Kontakt aufrechtzuerhalten oder zu vertiefen, während der andere Partner diesen Wunsch möglicherweise nicht in gleicher Weise empfindet.
Abessalom Podvodny weist darauf hin, dass es wichtig ist zu lernen, zwischen eigenen Bedürfnissen und dem Druck des Egregors zu unterscheiden. Ein Mensch kann allmählich erkennen, welche Gedanken, Emotionen oder Handlungsimpulse für einen bestimmten Egregor charakteristisch sind. Eine hilfreiche Frage lautet dabei: „Wozu?“ – welchem Ziel dient der plötzlich entstandene Impuls?
Eine weitere schwierige Situation entsteht, wenn der Liebling – unter dem Einfluss des Paar-Egregors – versucht, den Peripheriepartner in einen tieferen persönlichen Kontakt hineinzuziehen.
Der andere kann diesen Kontakt jedoch als zu intensiv empfinden und sich verschließen.
Abessalom Podvodny widerspricht hier der Vorstellung, dass man mit der richtigen psychologischen Technik jeden Menschen zu einer tieferen Beziehung bewegen könne. Wenn ein Partner einen bestimmten Grad an Nähe wirklich nicht möchte, kann der andere ihn nicht dazu zwingen.
In einer solchen Situation kann es sinnvoll sein, dass der Liebling aufhört, allein für die Herstellung des Kontakts verantwortlich zu sein. Wenn das gemeinsame Programm diesen Kontakt tatsächlich benötigt, muss der Paar-Egregor den Peripheriepartner selbst erreichen. Dann kann der Wunsch nach Kontakt plötzlich von dessen Seite entstehen – ohne Druck oder Überredung durch den Liebling.
Auch der Peripheriepartner muss mit seiner Rolle nicht zufrieden sein. Er kann sehen, dass der Liebling aus der Beziehung mehr unmittelbare emotionale Energie erhält, und sich selbst dabei benachteiligt fühlen. Das kann dazu führen, dass er sich noch stärker zurückzieht.
Die Gründe, warum eine solche Beziehung trotzdem bestehen bleibt, können sehr verschieden sein: familiäre Bindungen, gemeinsame Verpflichtungen, materielle oder soziale Vorteile oder äußere Umstände.
Eine dauerhaft starre Aufteilung in Liebling und Peripherie betrachtet Abessalom Podvodny jedoch nicht als optimale Form des Kontakts. Günstiger ist eine Beziehung, in der sich diese Rollen zumindest gelegentlich verändern und jeder Partner einmal stärker und einmal weniger stark vom Paar-Egregor angesprochen wird.
Wenn der Paar-Egregor stirbt
Besonders deutlich kann die Wirkung des Paar-Egregors in einer Krise oder beim Zerfall einer Beziehung werden.
Nach Abessalom Podvodny erlebt ein Paar oder eine Familie in einer solchen Situation nicht nur die persönlichen Gefühle der einzelnen Beteiligten. Auch der Paar- oder Familienegregor kann seine nicht vollendete Mission als Zusammenbruch erleben.
Vor allem der Liebling des Egregors kann dieses Gefühl besonders stark aufnehmen. Dann entsteht nicht nur Trauer über das Ende einer Beziehung, sondern ein viel umfassenderes Empfinden, als würde mit diesem „Wir“ zugleich das ganze bisherige Leben zusammenbrechen und als gäbe es danach keine wirkliche Zukunft mehr.
Unter diesem Druck versuchen Menschen manchmal, einen Egregor künstlich am Leben zu erhalten, obwohl die reale Beziehung bereits praktisch beendet ist.
Zwei Menschen können dann äußerlich weiterhin zusammenbleiben, obwohl sie einander kaum noch unterstützen und ihr gemeinsames „Wir“ nur noch formal existiert. Abessalom Podvodny vergleicht einen solchen Zustand mit einem Körper, dessen Leben künstlich aufrechterhalten wird, obwohl seine eigentliche Lebendigkeit bereits verschwunden ist.
Manchmal erscheint in einer solchen Situation ein neuer Mensch oder eine neue Lebensmöglichkeit, die dem Liebling zeigt, dass ein anderes Leben überhaupt möglich ist. Dadurch kann die Bindung an den sterbenden Egregor schwächer werden und der bisherige Zusammenhang endgültig zerfallen.
Bei romantischen oder familiären Beziehungen kann diese Rolle beispielsweise ein neuer Partner übernehmen. Er ist dann nicht unbedingt die eigentliche Ursache des Zerfalls, sondern kann zu dem Faktor werden, durch den ein bereits sterbender Paar-Egregor endgültig seine Macht verliert.
In besonders starken Bindungen kann der Paar-Egregor nach Abessalom Podvodny sogar nach dem Tod eines Partners weiterbestehen, wenn der andere Mensch die Verbindung innerlich weiterhin aufrechterhält und den Verstorbenen nicht loslassen kann.
Wie ein solches Verhalten zu bewerten ist, lässt sich nicht mit einer einfachen Regel beantworten. Ist die Witwe, die ihrem früh verstorbenen Mann ihr ganzes Leben lang treu bleibt, ein Beispiel besonderer Treue, ein Opfer einer neurotischen Bindung oder etwas ganz anderes?
Der andere kann diesen Kontakt jedoch als zu intensiv empfinden und sich verschließen.
Abessalom Podvodny widerspricht hier der Vorstellung, dass man mit der richtigen psychologischen Technik jeden Menschen zu einer tieferen Beziehung bewegen könne. Wenn ein Partner einen bestimmten Grad an Nähe wirklich nicht möchte, kann der andere ihn nicht dazu zwingen.
In einer solchen Situation kann es sinnvoll sein, dass der Liebling aufhört, allein für die Herstellung des Kontakts verantwortlich zu sein. Wenn das gemeinsame Programm diesen Kontakt tatsächlich benötigt, muss der Paar-Egregor den Peripheriepartner selbst erreichen. Dann kann der Wunsch nach Kontakt plötzlich von dessen Seite entstehen – ohne Druck oder Überredung durch den Liebling.
Auch der Peripheriepartner muss mit seiner Rolle nicht zufrieden sein. Er kann sehen, dass der Liebling aus der Beziehung mehr unmittelbare emotionale Energie erhält, und sich selbst dabei benachteiligt fühlen. Das kann dazu führen, dass er sich noch stärker zurückzieht.
Die Gründe, warum eine solche Beziehung trotzdem bestehen bleibt, können sehr verschieden sein: familiäre Bindungen, gemeinsame Verpflichtungen, materielle oder soziale Vorteile oder äußere Umstände.
Eine dauerhaft starre Aufteilung in Liebling und Peripherie betrachtet Abessalom Podvodny jedoch nicht als optimale Form des Kontakts. Günstiger ist eine Beziehung, in der sich diese Rollen zumindest gelegentlich verändern und jeder Partner einmal stärker und einmal weniger stark vom Paar-Egregor angesprochen wird.
Besonders deutlich kann die Wirkung des Paar-Egregors in einer Krise oder beim Zerfall einer Beziehung werden.
Nach Abessalom Podvodny erlebt ein Paar oder eine Familie in einer solchen Situation nicht nur die persönlichen Gefühle der einzelnen Beteiligten. Auch der Paar- oder Familienegregor kann seine nicht vollendete Mission als Zusammenbruch erleben.
Vor allem der Liebling des Egregors kann dieses Gefühl besonders stark aufnehmen. Dann entsteht nicht nur Trauer über das Ende einer Beziehung, sondern ein viel umfassenderes Empfinden, als würde mit diesem „Wir“ zugleich das ganze bisherige Leben zusammenbrechen und als gäbe es danach keine wirkliche Zukunft mehr.
Unter diesem Druck versuchen Menschen manchmal, einen Egregor künstlich am Leben zu erhalten, obwohl die reale Beziehung bereits praktisch beendet ist.
Zwei Menschen können dann äußerlich weiterhin zusammenbleiben, obwohl sie einander kaum noch unterstützen und ihr gemeinsames „Wir“ nur noch formal existiert. Abessalom Podvodny vergleicht einen solchen Zustand mit einem Körper, dessen Leben künstlich aufrechterhalten wird, obwohl seine eigentliche Lebendigkeit bereits verschwunden ist.
Manchmal erscheint in einer solchen Situation ein neuer Mensch oder eine neue Lebensmöglichkeit, die dem Liebling zeigt, dass ein anderes Leben überhaupt möglich ist. Dadurch kann die Bindung an den sterbenden Egregor schwächer werden und der bisherige Zusammenhang endgültig zerfallen.
Bei romantischen oder familiären Beziehungen kann diese Rolle beispielsweise ein neuer Partner übernehmen. Er ist dann nicht unbedingt die eigentliche Ursache des Zerfalls, sondern kann zu dem Faktor werden, durch den ein bereits sterbender Paar-Egregor endgültig seine Macht verliert.
In besonders starken Bindungen kann der Paar-Egregor nach Abessalom Podvodny sogar nach dem Tod eines Partners weiterbestehen, wenn der andere Mensch die Verbindung innerlich weiterhin aufrechterhält und den Verstorbenen nicht loslassen kann.
Wie ein solches Verhalten zu bewerten ist, lässt sich nicht mit einer einfachen Regel beantworten. Ist die Witwe, die ihrem früh verstorbenen Mann ihr ganzes Leben lang treu bleibt, ein Beispiel besonderer Treue, ein Opfer einer neurotischen Bindung oder etwas ganz anderes?
Diese Frage lässt Abessalom Podvodny bewusst offen.